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während
meines einjährigen aufenthaltes in shanghai habe
ich einiges an zeit im, der uni genau gegenüberliegenden,
lu xun-park verbracht. die atmosphäre, die scheinbare
langweiligkeit, der unspektakuläre aufbau der anlage
haben mich nicht davon abgehalten, sie zu meiner heimlichen
favoritin der stadtparks zu erklären. in nachfolgender
schilderung, so hoffe ich, kommt das ein wenig zur geltung.
Ich bin sehr gut gelaunt mit einer Portion McDonalds
im Lu Xun-Park auf einer Parkbank angekommen, geniesse
die Ruhe und Friedlichkeit. Der Park ist bevölkert
mit kleinen Kindern und ihren Großeltern, mit
Alten, die sich fleissig und ernst, aber nicht verbissen,
an den knallbunten Trimm-Dich-Geräten fit halten.
Viel Gelächter, viel Spaß in den pausbäckigen
und den runzligen Gesichtern. Diese Laune steckt an
und gibt mir ein starkes Gefühl der Geborgenheit
und der Entspannung. Das "laowai" (ehemals
spöttische, mittlerweile freundliche Bezeichnung
für "Ausländer")-Gebrülle bleibt
hier aus, laufe ich wohl auch nicht wie ein Fremdkörper
zwischen den Menschen umher, sondern kommuniziere mit
ihnen, lache ihnen zu oder sage dem Mann auf meiner
Parkbank Auf Wiedersehen, obwohl wir die ganze halbe
Stunde, die meine Mahlzeit erforderte, kein einziges
Wort gesprochen haben. Ich empfinde eine große
Ruhe in diesem Park, auch bei den engagierten Badmintonspielern,
die aus der Mittelstufe, von der Arbeit oder als Rentner
von zu Hause zu kommen scheinen. Badmintonfelder sind
aufs Pflasterstein aufgemalt und dies, nachdem dort
bereits ein paar Bäume in die Höhe gewachsen
sind. So fehlt den Spielflächen jeweils eine Ecke,
was aber nicht stört, es wird nicht ausgenutzt
und selbst der Verlierer lacht und gratuliert, kommentiert
lobend einen guten Schlag und hat genausoviel Spaß
wie der Sieger (nach Punkten). Was gerade an solchen
Tagen mit Sonne nach fiesem Winterwetter völlig
zu fehlen scheint, ist eben gerade der (deutsche) verbissene
Ehrgeiz vor diesem oder jener eine gute Vorstellung
abzuliefern oder im Kampf gegen das Älterwerden
nur um so ehrgeiziger dem Ball nachzurennen. Des dem
hier nicht so ist, tut gut und zeigt, daß es um
die Gemeinsamkeit des Erlebnisses, der Anstrengung geht,
nicht um die Leistung.
Eine Revanche ist beim nächsten schönen Sonnentag
auf jeden Fall auch immer drin. Nun ist es zwei Uhr,
ich höre Hannes Waders neue alte Lieder und habe
weiterhin gute Laune.
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